Bericht und Bilder:Uli Hübner
Kreppcheluuren op Hellije Drei Künninge
Passend zum Dreikönigstag machten sich zwölf Netzwerker*innen der Klaafgruppe aus dem „Buureland“ auf den Weg zum Kreppcheluuren in die große Stadt am Rhein. Glücklicherweise waren die Wege trotz des ersten Schnees am Vortag eisfrei und die S-Bahn war sogar pünktlich. Ein guter Start für unsere Krippenwanderung.
Der erste Anlaufpunkt war die beliebte Friedenskrippe in der Markthalle des Hauptbahnhofs, die es schon seit 2005 gibt. Mit viel Liebe zu Details wird die Weihnachtsgeschichte hier im Nachkriegsjahr 1946 inmitten der zerstörten Kölner Altstadt in den Ruinen von Groß St. Martin dargestellt. Besonders eindrücklich sind die Darstellungen im Ruinenfeld wie etwa Trümmerfrauen, Bettelnde oder der Aufzug der Kommunionkinder auf dem Weg vom Dom zur Krippe.
Nächstes Ziel war die neue Krippe der Bahnhofsmission auf Bahnsteig 1, die in diesem Jahr erstmalig vorgestellt wird. Thematisiert wird hier das schwieriger werdende Bahnhofsumfeld als Spiegelbild der Gesellschaft. In der kleinen, aber feinen Krippe werden symbolisch die verschiedenen Tätigkeitsbereiche und Hilfen der Bahnhofsmission gezeigt. Exemplarisch für die Not steht die „Heilige Familie“, die obdachlos ist und eine Bleibe sucht.
‚Räächs heröm‘ um die Ecke in die Marzellenstraße ging es weiter in die Kirche St. Mariä Himmelfahrt mit ihren besonderen italienischen Krippenkisten, die bei Kindern sehr beliebt sind. Hier spielt sich die Weihnachtsgeschichte in Etappen in aufgeklappten Holzkisten ab. Jede Holzkiste ist sehr detailreich ausgestattet mit sich bewegenden Elementen, wie z.B., wenn Josef die Krippe mit dem Jesuskind hin und her schaukelt. Ein Highlight ist die erste Holzkiste mit der Verkündigung Marias, wo der Engel im 3-D-Format erscheint und wieder verschwindet.
Nicht weit hatten wir es zur Dominikanerkirche St. Andreas, die als Besonderheit zusätzlich zur traditionellen Krippe eine Brauerkrippe beherbergt. St. Andreas ist seit dem Mittelalter die Patronatskirche der Kölner Brauer, die 2001 die Brauerkrippe stifteten. Die vielen braungebrannten Tonfiguren in der Krippenlandschaft stellen symbolisch dar, was im Zusammenhang mit Bierbrauen und Biertrinken (ein Köbes mit Kölschkranz) zu tun hat. Witzig ist, dass das Jesuskind in einem halben Bierfass als Krippe liegt.
Nach einer Kaffeepause in der naheliegenden Seniorenresidenz am Dom machten wir uns auf den Weg nach der Basilika St. Gereon, wo noch bis Anfang Februar die Jubiläumsausstellung „100 Jahre Krippenkunst“ stattfindet. Der besondere Kirchenbau von St. Gereon bietet den entsprechenden Rahmen für die vielen Krippen, die von der Landesgemeinschaft der Krippenfreunde in Rheinland und Westfalen für die Ausstellung ausgesucht wurden. Beeindruckend ist die Vielfalt von traditionellen und modernen Krippendarstellungen, die entlang der Kirchenwände und in den Kapellen zu besichtigen sind. Außergewöhnlich und ein Blickfang ist die aktuelle zeitgenössische Darstellung der neuen 3,40 m breiten „Baustellenkrippe“, die ebenfalls wie bei der Krippe der Bahnhofsmission die heutigen Gesellschaftsprobleme und den Verlust von Werten aufzeigt. Ein Bauarbeiter und eine Krankenschwester mit Baby bilden die „Heilige Familie“. Unverkennbar wird sogar der Musiker Wolfgang Niedecken als Friedensengel mit regenbogenfarbenen Flügeln dargestellt. – Die Krippenausstellung in St. Gereon hat uns alle sehr beeindruckt. Sie war der krönende Abschluss unserer „Kreppcheluuren-Wanderung“ in Köln.
Anschließend ging es ins Brauhaus Früh „Em Jan von Werth“, wo in geselliger Runde „gesüffelt und gemüffelt“ wurde. Frohgelaunt ging es „op Heim aan“, auch wenn die S-Bahn wieder Verspätung hatte.
Schluß voller schönen Krippenerlebnisse , rutschfrei.




